Basiswissen

Was ist sexualisierte Gewalt?

Sexualisierte Gewalt ist eine Form von Gewalt, bei der es in erster Linie um Machtmissbrauch geht. Sie richtet sich hauptsächlich gegen Frauen und Mädchen, es gibt aber auch betroffene Jungen und Männer! Sexualisierte Gewalt kann verbaler oder körperlicher Art sein oder beides. Sie fängt bei anzüglichen Blicken an, schmutzigen Kommentaren oder Witzen und kann auch unerwünschte körperliche Nähe oder Berührungen sowie Aufforderung zu sexuellen Handlungen sein, sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung. Diese Handlungen werden immer gegen den Willen der Betroffenen vollzogen.

Wer sind die Täter?

Selten ist der Täter eines solchen Übergriffs ein Fremder, 80-90% der Täter kommen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen. Meistens ist es jemand, der den Betroffenen bekannt ist oder mit dem sie verwandt sind, wie z.B. Vater, Onkel, Schwager, Nachbar oder Freund der Familie. Tätern steht das Wort 'Täter' nicht auf der Stirn geschrieben, nach außen verhalten sie sich unauffällig und haben oftmals die Fähigkeit, ihre Umwelt zu 'vernebeln'. Die Tat findet häufig an Orten statt, wo sich die Betroffenen eigentlich sicher fühlen. Diese Tatsache verschlimmert häufig noch das Gefühl des Ausgeliefertseins.

Wie häufig ist sexualisierte Gewalt?

In einer Studie zum Thema Gewalt gegen Frauen in Deutschland (2004) mit dem Titel "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland" gab etwa jede siebte Frau (13 Prozent) zwischen 16 und 85 Jahren an, sexualisierte Gewalt erlebt zu haben. Andere Statistiken gehen jedoch von weitaus höheren Zahlen aus. Zudem ist die Dunkelziffer sexualisierter Gewalttaten sehr hoch.

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